Ich habe geglaubt, dass Schweigen etwas Beruhigendes sein kann.

Dass man darin Frieden findet, irgendwann.

Aber dein Schweigen ist kein Frieden.

Es ist ein Grab.

Und ich bin die Einzige, die noch darin atmet.

Du sprichst nicht, du fragst nicht, du erinnerst dich nicht.

Du tust, als wäre ich nie dagewesen.

Neun Jahre – ausgelöscht, als hätte jemand ein falsches Wort auf einer Tafel geschrieben, das man einfach wegwischt.

Nur dass dieses „falsche Wort“ ich war.

Ich dachte lange, dein Schweigen wäre Schmerz.

Dass du vielleicht genauso kämpfst, nur auf eine andere Weise.

Aber es ist nichts als Gleichgültigkeit – kalt, präzise, sauber.

Du liebst das Schweigen, weil es keine Verantwortung kennt.

Weil man darin nichts zugeben, nichts erklären, nichts fühlen muss.

Und ich erkenne jetzt:

Du hast mich nie wirklich geliebt.

Du hast geliebt, was ich für dich getan habe,

nicht, wer ich war.

Ich war nützlich, loyal, verfügbar – bis ich unbequem wurde.

Dann wurd’ ich Luft.

Und Luft kann man ignorieren.

Ich versuche, mich daran zu gewöhnen, unsichtbar zu sein.

Aber es gelingt mir nicht.

Denn ich war da.

Ich habe geliebt, bis ich fast daran zerbrochen bin.

Und jetzt stehe ich hier, zwischen den Trümmern,

und das Einzige, was ich höre,

ist dein Schweigen –

und mein Herz, das sich weigert, endgültig zu verstummen.

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